Petra

Petra (Arabisch: ٱلْبَتْرَاء, romanisiert: Al-Batrāʾ; Altgriechisch: Πέτρα), ursprünglich bekannt unter dem Namen Raqmu, ist eine historische und archäologische Stadt im Süden Jordaniens. Petra liegt am Hang des Jabal Al-Madbah in einem Becken zwischen den Bergen, die die östliche Flanke des Arabah-Tals bilden, das sich vom Toten Meer bis zum Golf von Aqaba erstreckt. Petra wurde vermutlich bereits um 9.000 v. Chr. besiedelt und möglicherweise im 4. Jahrhundert v. Chr. als Hauptstadt des Nabatäerreiches gegründet. Die Nabatäer waren nomadische Araber, die Petras Lage an den Handelsrouten nutzten, um die Stadt zu einem regionalen Handelszentrum zu machen.
Der florierende Handel brachte den Nabatäern großen Reichtum, und Petra wurde zum Zentrum ihres Wohlstands. Die früheste historische Erwähnung Petras stammt aus dem Jahr 312 v. Chr., als Antigonos I. einen Angriff auf die Stadt befahl – dokumentiert durch mehrere griechische Historiker. Im Gegensatz zu ihren Feinden waren die Nabatäer an das Leben in der Wüste gewöhnt und verteidigten sich erfolgreich mit Hilfe des bergigen Terrains. Sie waren besonders geschickt im Regenwasser-Sammeln, Landwirtschaft und Steinmetzkunst. Petra erlebte seine Blütezeit im 1. Jahrhundert n. Chr., als das berühmte Bauwerk Khazneh – vermutlich das Mausoleum des Königs Aretas IV. – errichtet wurde. Die Stadt zählte damals bis zu 20.000 Einwohner.
Obwohl das Nabatäerreich im 1. Jahrhundert v. Chr. ein Klientelstaat Roms wurde, verloren sie erst 106 n. Chr. vollständig ihre Unabhängigkeit. Die Römer annektierten das Gebiet und nannten es Arabia Petraea. Die Bedeutung Petras nahm ab, als sich der Seehandel entwickelte und ein Erdbeben im Jahr 363 viele Gebäude zerstörte. In der byzantinischen Zeit wurden mehrere Kirchen gebaut, aber die Stadt verfiel weiter und wurde zu Beginn der islamischen Ära größtenteils verlassen. Nur wenige Nomaden lebten noch dort, bis Johann Ludwig Burckhardt Petra 1812 wiederentdeckte.
Zugang zur Stadt erhält man durch die 1,2 km lange Schlucht Siq, die direkt zum Khazneh führt. Berühmt für seine in Fels gehauene Architektur und sein Wasserleitungssystem, wird Petra auch die „Rosarote Stadt“ genannt, wegen der Farbe des Gesteins. Seit 1985 gehört Petra zum UNESCO-Weltkulturerbe, das als eines der wertvollsten Kulturgüter der Menschheit bezeichnet wird. 2007 wurde Al-Khazneh zu einem der Neuen Sieben Weltwunder gewählt. Petra ist ein Symbol Jordaniens und die meistbesuchte Sehenswürdigkeit des Landes. Die Besucherzahlen erreichten 2010 mit 1 Million Touristen ihren Höhepunkt, gingen danach aber zurück. 2018 stiegen sie wieder auf etwa 800.000 Besucher.

