Barbakan in Krakau Barbakan in Krakau
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Barbakan in Krakau

Medaillen am Eingang zum Barbakan erhältlich!

Der Barbakan entstand Ende des 15. Jahrhunderts (1498-1499) und war das stärkste Element der über Jahrhunderte erweiterten Stadtbefestigung Krakaus. Der Codex des Baltazar Behem überliefert, dass König Johann I. Albert von Polen persönlich den Grundstein legte. Sein Engagement zeigt sich auch daran, dass er die Bauarbeiten persönlich überwachte und keine Kosten scheute. Die Eile war geboten, da die Bedrohung Polens durch Walachen, Tataren und Türken wuchs, deren Plünderzüge bis nach Kleinpolen reichten.

Der Barbakan ist ein außergewöhnliches Denkmal der Wehrarchitektur. Der unvollständige Rundbau (6/10 eines Kreises) war ursprünglich durch einen Hals mit dem Florianstor verbunden. Der Innendurchmesser betrug 24,4 Meter, außen über 30 Meter. Einst umgab ihn ein 26 Meter breiter, bis zu 6 Meter tiefer halbkreisförmiger Graben, der später verfüllt wurde. Der unterirdische Teil umfasste einen gewölbten Gang zu Ausfallpforten, der Verteidigern den Ausgang über den Graben ermöglichte. Dieser zweigeteilte Gang maß im Westen über 10,5 Meter, im Osten 12,5 Meter.

Die Mauern waren äußerst solide gebaut: Bis zum früheren Wasserspiegel aus Kalkstein mit Kalkmörtel, darüber aus hart gebrannten Ziegeln. Die 3 bis 45 cm dicken Wände widerstanden Artilleriebeschuss.

Der Barbakan verfügte über vier Etagen mit 130 schachbrettartig angeordneten Schießscharten für Handfeuerwaffen, die das Vorfeld vollständig abdeckten. Ab 1566 diente er vorrangig dem Schutz des Stadtarsenals (erbaut 1565-1566 von Stadtbaumeister Gabriel Słoński). Wehrgänge mit Bodenöffnungen zum Ausgießen von Blei und Öl sowie sieben nur per Leiter erreichbare Beobachtungstürme (abwechselnd rund und achteckig) krönten den Bau.

Eines der Haupttore der Stadt lag im Barbakan, um etwa 30 Grad gegenüber dem Florianstor versetzt. Eine teilweise ziehbare Brücke führte über den Graben.

An der Königstraße gelegen (von der Florianskirche über den Hauptmarkt bis zum Wawel), war der Barbakan Schauplatz von Krönungszügen und königlichen Begräbnissen. Als „Tor des Ruhms“ (Porta Gloriae) symbolisierte der Durchzug des Monarchen die Machtübernahme.

Die nahezu uneinnehmbare Festung bewährte sich 1587 gegen Erzherzog Maximilian III. von Österreich, fiel 1655 im Schwedenkrieg nur wegen Munitionsmangels und diente 1768 im Bar-Konföderationskrieg gegen Russland.

Anfang des 19. Jahrhunderts entging der Barbakan knapp dem Abriss der Stadtmauern. Dank des Architekten Feliks Radwański blieb er 1817 erhalten und wandelte sich vom Wehrbau zum Denkmal. Heute zeigt das Historische Museum Krakau dort die Entwicklung der Stadtbefestigungen.