Zeche Guido

Medaillen erhältlich am Haupteingang zu den Kassen, neben dem Souvenirladen!
Der Ausbau der Eisenbahnverbindungen ab Mitte des 19. Jahrhunderts, der den Transport von Rohstoffen und Fertigwaren ermöglichte, trug zur raschen Entwicklung der oberschlesischen Industrie bei. Im Raum Zabrze entstanden neue Bergwerke, Hütten und Fabriken, die Dampf zum Antrieb von Maschinen und Anlagen nutzten. Dies führte zu einem starken Anstieg der Kohlenachfrage, was dazu führte, dass Graf Guido Henckel von Donnersmarck, ein Magnat und Industrieller, 1855 in Zabrze ein Steinkohlebergwerk gründete. Das Bergwerk wurde nach ihm benannt – Guido.
Beim Abteufen der Schächte Barbara und Concordia (letzterer später in Guido umbenannt) gab es mehrere Probleme. Zuerst stieß man auf Schwimmsand und dann auf die „Saar“-Verwerfung, was 1856 dazu führte, dass der Schacht nach nur 30 Metern aufgegeben werden musste. Währenddessen wurde der Guido-Schacht weiter geteuft und erreichte die erste Abbausohle bei 80 Metern. Hier traten jedoch weitere Schwierigkeiten auf, nämlich tektonische Störungen, die den Abbau erheblich behinderten. 1862 durchbrach der Guido-Schacht in 117 Metern Tiefe eine wasserführende Schicht und wurde überflutet. Um Investitionskapital für weitere Bergarbeiten zu sammeln, wurde eine Partnerschaft mit der Oberschlesischen Eisenbahn-Gesellschaft gegründet. 1870 begann man, den Schacht zu entwässern und auf 170 Meter zu vertiefen, sodass 1872 der Abbau auf der 80-Meter-Sohle wiederaufgenommen werden konnte. Gleichzeitig liefen Arbeiten am „Eisenbahn“-Schacht, der heute Besucher in die Unterwelt des Bergwerks bringt. Das Netz der Vorrichtungs- und Abbauarbeiten wurde erweitert, und die maximale Förderung von 312.976 Tonnen Kohle wurde 1885 erreicht. Zwischen 1885 und 1887 wurde die Zeche Guido vom preußischen Staat aufgekauft und als südliches Feld der staatlichen Zeche Königin Luise eingegliedert. Die erschließbaren Vorräte auf der 170-Meter-Sohle waren weitgehend erschöpft, und unter der Zeche Königin Luise begann man, die Verbindung zur 320-Meter-Sohle herzustellen.
Heute ist die Zeche Guido das einzige Steinkohlebergwerk, in das Besucher einfahren und mit eigenen Augen sehen können, wie die Arbeit der Bergleute unter Tage aussieht. Ein solches Denkmal der Bergbautechnik gibt es in ganz Europa nicht! Das Bergwerk wurde 1855 von Graf Guido Henckel von Donnersmarck gegründet, dem es seinen Namen verdankt. Die Kohleförderung endete hier 1928, und 89 Jahre später wurde das Untertagebergwerk für Besucher geöffnet. Die Zeche Guido ist ein „Star der Technik“ auf der Route der Technischen Denkmäler der Woiwodschaft Schlesien und ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur.
Heute wird in der Zeche Guido keine Kohle mehr abgebaut, sondern Tourismus, Kultur und Unterhaltung – auf den Ebenen 170 und 320 warten einzigartige Attraktionen, die man sonst nirgends erleben kann. Um zu sehen, wie die Arbeit eines Bergmanns aussah, die Geschichte des Bergbaus und seine moderne Seite kennenzulernen, reicht es aus, einen Helm aufzusetzen, eine Grubenlampe zu nehmen und sich auf ein unterirdisches Abenteuer zu begeben! Vergessen Sie nicht, jeden unter Tage getroffenen Bergmann mit dem traditionellen Gruß „Szczęść Boże“ (Gott segne) zu begrüßen.

