Goldbergwerk Zloty Stok

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Die ältesten Bergbauarbeiten in Złoty Stok (Reichenstein) reichen bis 2000 v. Chr. zurück. Bis heute wurden über 300 km Stollen, Schächte und Gänge auf 21 Ebenen gegraben.
Die erste urkundliche Erwähnung (1273) betrifft ein Bergbauprivileg für das Zisterzienserkloster in Kamieniec Ząbkowicki, vergeben von Herzog Heinrich IV. von Breslau und Krakau. Im 15. Jahrhundert gehörten die Gruben zu den ertragreichsten Schlesiens.
Der Krakauer Bildhauer Veit Stoß (Wit Stwosz) investierte hier sein Altar-Honorar (Marienkirche Krakau), verlor jedoch alles durch Erschöpfung der Goldadern. Wegen Wechselfälschung wurde er in Nürnberg verurteilt und gebrandmarkt.
Die Hussitenkriege (1419–1434) verwüsteten die Stadt. Erst spätere Stabilisierung ermöglichte 1484 die Gründung eines Bergamts und 1491 die Verleihung von Stadtwappen und Bergfreiheiten.
Die Blütezeit kam im 16. Jahrhundert: 1507 verlegte man die Münzstätte hierher und prägte Dukaten. Mit 200 Gruben lieferte Złoty Stok 8 % des europäischen Goldes. Doch mangelnde Sicherheit führte zu Katastrophen, wie dem Einsturz des 72 m tiefen „Goldenen Esels“-Schachts (1513; 59 Tote—nie geborgen). Die Fugger zogen sich zurück.
Historisch bedeutsam: Fuggers Gold finanzierte Isabella von Spanien und damit Kolumbus’ Amerika-Expedition.
1612 erfolgte hier der weltweit erste Sprengversuch mit Schwarzpulver. Doch Seuchen (bis zu 1.100 Tote) und der Dreißigjährige Krieg ruinierten die Stadt. Der Alchemist Hans Schärffenberg rettete sie durch Arsenik-Produktion (für 100 Jahre weltweit führend), bis Misswirtschaft die Lager erschöpfte.
Nach den Preußisch-Österreichischen Kriegen führte Wilhelm Güttler 1848 eine Chlorierungsmethode ein. Seine Erben modernisierten die Grube (u.a. elektrische Grubenbahn, heute in „Gertruda“ zu besichtigen) und bauten 1900 die Eisenbahnlinie. Bis 1945 blieb die Grube in Familienbesitz.
Nach 1945 übernahmen polnische Bergleute. 1962 wurde der Betrieb trotz 20–30 kg Gold/Jahr (1961 plötzlich nur 7 kg) unerklärlich eingestellt. Die Grube lief voll Wasser. Insgesamt wurden 16 Tonnen Gold gefördert.
1996 eröffnete die „Goldmine Touristenroute“ mit:
„Gertruda“-Stollen (mit Grubenbahn)
„Schwarzer Oberer“-Stollen (einziger unterirdischer Wasserfall Polens, 8 m)
„Schwarzer Unterer“-Stollen (seit 2008)
Geheimnisse warten noch: unerforschte Gänge, vermisste Bergleute und mögliche NS-Verstecke hinter verstürzten Passagen…

