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Geburtskirche von Bethlehem

Die Geburtskirche oder Basilika der Geburt ist eine Basilika in Bethlehem im palästinensischen Westjordanland. Die darin befindliche Grotte hat für Christen verschiedener Konfessionen eine bedeutende religiöse Bedeutung als Geburtsort Jesu. Die Grotte ist die älteste Stätte, die ununterbrochen als Ort des christlichen Gottesdienstes genutzt wird, und die Basilika ist die älteste bedeutende Kirche im Heiligen Land.
Die Kirche wurde ursprünglich von Konstantin dem Großen in Auftrag gegeben, kurz nach dem Besuch seiner Mutter Helena in Jerusalem und Bethlehem in den Jahren 325–326, an der Stelle, die traditionell als Geburtsort Jesu galt. Diese ursprüngliche Basilika wurde vermutlich zwischen 330 und 333 erbaut, da sie bereits 333 erwähnt wurde, und am 31. Mai 339 geweiht. Sie wurde während der Samariteraufstände im sechsten Jahrhundert, möglicherweise im Jahr 529, durch ein Feuer zerstört. Eine neue Basilika wurde einige Jahre später vom byzantinischen Kaiser Justinian (reg. 527–565) errichtet, der einen Vorbau oder Narthex hinzufügte und das achteckige Heiligtum durch ein Kreuzschiff mit drei Apsiden ersetzte, aber weitgehend den ursprünglichen Charakter des Gebäudes mit einem Atrium und einem Langhaus mit vier Seitenschiffen beibehielt.
Die Geburtskirche ist seit dem justinianischen Wiederaufbau im Wesentlichen unverändert geblieben, wurde jedoch mehrfach repariert und erweitert, insbesondere während der Zeit der Kreuzzüge, etwa mit zwei (heute nicht mehr vorhandenen) Glockentürmen, Wandmosaiken und Gemälden (teilweise erhalten). Im Laufe der Jahrhunderte wurde das umliegende Areal erweitert und umfasst heute etwa 12.000 Quadratmeter mit drei verschiedenen Klöstern: einem griechisch-orthodoxen, einem armenisch-apostolischen und einem römisch-katholischen, von denen die beiden ersteren Glockentürme aus der Neuzeit besitzen.
Der silberne Stern, der die Stelle markiert, an der Christus geboren wurde, wurde 1847 gestohlen. Manche behaupten, dies sei ein beitragender Faktor zum Krimkrieg gegen das Russische Reich gewesen. Andere sehen den Krieg als Folge der allgemeineren politischen Lage in Europa.
Seit 2012 ist die Geburtskirche eine UNESCO-Welterbestätte und war die erste, die unter „Palästina“ gelistet wurde.
Eine 250 Jahre alte Übereinkunft zwischen den Religionsgemeinschaften, der sogenannte „Status quo“, gilt für die Stätte.
