
Adresse:
CURTEA DOMNEASCĂ DIN TÂRGOVIȘTE
Str. Calea Domnească 118,
Târgoviște, Dâmbovița
Der Königliche Hof Targoviste

Die Fürstliche Residenz Târgoviște, ehemaliger Wohnsitz mehrerer rumänischer Herrscher der Walachei, ist heute ein bedeutender Museumskomplex, der für den Tourismus geöffnet ist. Es handelt sich um ein monumentales Ensemble aus mehreren Gebäuden und mittelalterlichen Befestigungsanlagen.
Der Fürstenpalast (Palatul Domnesc) wurde um das Jahr 1400 unter der Herrschaft von Mircea cel Bătrân (Mircea der Alte) erbaut. Zur Zeit von Vlad Dracul (dem Vater von Vlad dem Pfähler) fanden Erweiterungsarbeiten statt, die 1440 abgeschlossen wurden. Petru Cercel (1583–1585) brachte neue Elemente in die walachische Architektur ein und fügte dekorative und architektonische Stilelemente der westlichen Renaissance hinzu. Auch Matei Basarab (1632–1654) nahm einige Veränderungen am Palast vor. Während der Regierungszeit von Constantin Brâncoveanu (1688–1714) wurde der Palast renoviert, wobei Gemälde und Stuckarbeiten im Stil der damaligen Mode hinzugefügt wurden.
Der Chindia-Turm, das jahrhundertelange Wahrzeichen der Stadt, wurde auf Geheiß von Vlad dem Pfähler um 1460 errichtet. Er diente als Hauptwacht- und Beobachtungspunkt der Residenz.
Die Kirche „Sf. Vineri“ (Heiliger Freitag), ein unverändert erhaltenes Architekturdenkmal, wurde von Vlad Călugărul (1482–1485), dem Halbbruder von Vlad Țepeș (Vlad dem Pfähler), erbaut. Die Fürstenkirche (Biserica Domnească) wurde von Petru Cercel (1583–1585) gegründet und war zum Zeitpunkt ihrer Errichtung das größte religiöse Gebäude der Walachei. Die bis heute erhaltenen Wandmalereien wurden vollständig in den Jahren 1696–1698 unter Constantin Brâncoveanu angefertigt und beinhalten die größte Porträtgalerie walachischer Herrscher.
Die Palastgärten befanden sich auf dem Gelände des heutigen Stadtparks und erstreckten sich entlang des Flusses Ialomița bis zum Klosterhügel. Die Gärten im italienischen Stil wurden erstmals von Petru Cercel im Jahr 1584 angelegt.
Das Königliche Bad wurde nach türkischer Art von Matei Basarab an der nordöstlichen Seite der Befestigungsmauer in der Nähe des Palastes errichtet. Das Badesystem folgte dem klassischen römisch-byzantinischen Modell, wobei der Dampf über Leitungen vom Heizraum in den Badebereich geleitet wurde.
Das Haus Balașa wurde 1656 von Prinzessin Balașa (der Ehefrau von Constantin Șerban) errichtet und diente als Gästehaus sowie als Zufluchtsort für Arme und Alte. Der Pavillon, ursprünglich von Matei Basarab aus Holz gebaut, wurde von Brâncoveanu in Stein neu errichtet und in einen prächtigen Ort der Erholung verwandelt. Heute sind nur noch die Fundamente, einige Säulen und Kapitelle erhalten.
