Wasserturm Frombork

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Im Jahr 1571 wurde über den durch die Stadt fließenden Kanal der erste Wasserturm auf polnischem Boden errichtet, der sogenannte Wasserturm. Erbaut wurde er von dem aus Breslau geholten Maurer Stanisław. Im Inneren des Turms befand sich ein Schöpfwerk, das von dem Breslauer Röhrenmeister Walenty Hendel angefertigt wurde. Die Aufgabe der Wasserleitung war die Versorgung des Dombergs, des Bischofspalastes und der Häuser der Domherren mit Wasser. Das Ehrwürdige Fromborker Kapitel zahlte für diese Arbeit: zweihundert Taler, zwölf Scheffel Getreide sowie eine Entschädigung für Kleidung. Der Maurer Stanisław erhielt 100 Mark, 6 Fässer Tischgetränk und 15 Scheffel Weizen. Der Bau dauerte ein Jahr und war die zweite derartige Wasserleitung in Europa. Die erste entstand 1548 in Augsburg.
Die Fromborker Wasserleitung ist ein einzigartiges Denkmal mittelalterlicher Wasserbaukunst in Europa. Das durch den Kanal fließende Wasser bewegte ein großes Wasserrad, dessen Energie eine Kette mit daran befestigten Schöpfeimern antrieb. Die Kette bewegte sich um zwei Wellen. Die untere war eine Verlängerung der Achse des Wasserrads, die obere befand sich an der Spitze des Turms. Die Eimer füllten sich am tiefsten Punkt mit Wasser, bewegten sich dann nach oben, und beim Umlauf an der oberen Welle schütteten sie das Wasser in einen Behälter an der Turmspitze, von wo es durch aus Eichenstämmen ausgehöhlte Röhren zur Festung und zu den Häusern der Domherren floss.
Nach 60 Jahren Betrieb wurde die erste Renovierung durchgeführt. Dank der Hilfe von Bischof Teodor Potocki wurden 1720 alle Teile ausgetauscht. Diese Renovierung ermöglichte die Wasserversorgung des Dombergs bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Nach 1945 verfiel der Wasserturm.
Erst in den 1990er Jahren erlebte das Bauwerk eine Blütezeit und wurde zu einem Muss für Touristen in Frombork. 2012 wurde der Wasserturm mit Mitteln des Ministers für Kultur und Nationales Erbe renoviert. Für die Konservierung wurde das Bauwerk 2013 im Wettbewerb „Gepflegtes Denkmal“ des Generaldenkmalpflegers – des Ministers für Kultur und Nationales Erbe – ausgezeichnet. Anerkennung und Glückwünsche gebühren den Eigentümern, Herrn und Frau Dobromira und Zygmunt Czarnecki, für die gelungene und sorgfältige Restaurierung des Turms, die mit Respekt vor der historischen Substanz und ihren geschichtlichen Schichten durchgeführt wurde.
Heute ist der Wasserturm ein hervorragender Aussichtspunkt mit Blick auf den Domberg, die Altstadt und das Frische Haff. Dort befinden sich eine Souvenirausstellung und ein kleines Café.

