
Adresse:
Oddział Muzeum Historycznego Miasta Krakowa
Rynek Główny 1, 31-001 Kraków
tel. (12) 426 43 34
Rathausturm in Krakau

Medaillen am Eingang neben den Kassen erhältlich!
Der Rathausturm, der im westlichen Teil des Hauptmarktes steht, ist das einzige Überbleibsel des mittelalterlichen Krakauer Rathauses und eines der interessantesten Denkmäler des mittelalterlichen Krakaus. Es handelt sich um einen gotischen Turm aus dem 14. Jahrhundert, der auf quadratischem Grundriss aus Kalksteinquadern und Ziegeln erbaut wurde und 70 Meter hoch ist, mit einer Neigung von 55 cm aus der Vertikalen.
Der 70 Meter hohe Bau aus Ziegeln und Stein wird über eine breite Treppe betreten, die von zwei steinernen Löwen aus dem Schlosspark in Pławowice flankiert wird. Der Erdgeschoss-Saal diente einst als Schatzkammer, in der die Insignien der Stadträte sowie wertvolle Gegenstände aus Gold, Silber und Zinn aufbewahrt wurden. Hier können Besucher eine einzigartige Sammlung von Steinmetzzeichen, sogenannten Gmerken aus dem Jahr 1444, bewundern – eine Art kollektive Signatur der Handwerker, die den Bau vollendeten.
Der Zugang zu den oberen Stockwerken erfolgt über schmale Steintreppen in den dicken Mauern. Der geräumige Saal im ersten Stock gehört zu den schönsten gotischen Innenräumen Krakaus. Bei der Restaurierung wurden das Kreuzrippengewölbe, Reste der Polychromie und Vergoldungen wiederhergestellt. An den Wänden befinden sich steinerne Bänke, darüber Nischen, sogenannte Almarien, die heute zur Ausstellung erhaltener Steinmetzarbeiten dienen. In der Sommersaison wurde dieser prächtige Raum bis vor kurzem für Wechselausstellungen genutzt. In naher Zukunft wird hier eine Ausstellung zur Geschichte der Krakauer Selbstverwaltung und ihres Hauptsitzes gezeigt.
Der Saal im zweiten Stock ist leider nicht öffentlich zugänglich, da sich dort die Überwachungsstation der Staatlichen Umweltinspektion befindet. Der Raum ist höher als der im ersten Stock, hat eine hölzerne Kassettendecke und wird von drei spitzbogigen Fenstern beleuchtet. Die Wände sind im Ziegelverband mit eingemauerten Steinelementen, die während der Renovierung entdeckt wurden.
Der Raum im dritten Stock dient als Belvedere. Hier ist eine Ausstellung mit charmanten Archivfotos von Ignacy Krieger, Henryk Hermanowicz und Stanisław Kolowca zu sehen, die den Krakauer Marktplatz zu Beginn des letzten Jahrhunderts zeigen, sowie ein riesiges Foto mit dem Titel Selbstporträt der Krakauer zu Beginn des dritten Jahrtausends, aufgenommen von Ryszard Horowitz am 24. März 2001.
Der anstrengende Aufstieg zur höchsten, seit kurzem zugänglichen Etage wird mit einem atemberaubenden Panoramablick auf Krakau belohnt. Zudem kann die Stadt durch installierte Fernrohre aus der Vogelperspektive betrachtet werden. Eine weitere Attraktion ist das alte Uhrwerk in der Raummitte, gestiftet von der Handwerkskammer. Besucher können alle seine Komponenten bewundern. Der heutige Mechanismus wird per Funk gesteuert und empfängt Signale von einem Sender in Mainflingen, was atomgenaue Zeit gewährleistet. Bei Stromausfall stoppt die Uhr und stellt sich nach der Wiederherstellung der Energie automatisch auf die korrekte Zeit ein. Sie wechselt auch selbstständig zwischen Sommer- und Winterzeit, sodass praktisch keine Wartung nötig ist.
Im Keller sind noch die Mauern der ehemaligen Rathauskeller erhalten, die einst verschiedene Funktionen hatten. Der Hauptkeller beherbergte das berühmte „Schweidnitzer Kellerlokal“, auch „Indien“ genannt, wo der Stadtrat Bier und Wein zum Eigengewinn verkaufte. Der Name leitete sich vom exzellenten schlesischen Bier aus Schweidnitz ab. Es bestand fast bis zum Abriss des Rathauses, hatte aber ab dem 18. Jahrhundert einen schlechten Ruf bei den Krakauern, die es abschätzig „Schweinestall“ nannten – ein Begriff, der sogar in offiziellen Dokumenten auftauchte.
Nur eine Mauer trennte den Keller von den Gefängnisverliesen, zu denen auch ein Folterraum gehörte, in dem Geständnisse durch ausgeklügelte Methoden erzwungen wurden. Hier amtierte der Stadthenker, der mit Hilfe von Schergen jedes Geständnis erpressen konnte.
Heute haben die Rathauskeller zwei neue Nutzer: die „Bühne unter dem Rathaus“ des Ludowy-Theaters und ein Café. Die Öffnung dieser Räume hat der Stadt einen mysteriösen Ort beschert, an dem historisches Erbe und die massive Ziegelarchitektur eine einzigartige Atmosphäre schaffen.
