Orsetti-Haus und Rathaus in Jarosław

Medaillen erhältlich im Gruszewiczów-Haus, Marktplatz 6!
Die Geschichte der Stadt reicht bis in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts zurück, als der ruthenische Fürst Jaroslaw der Weise eine befestigte Burg am steilen linken Ufer des Flusses San errichtete und sie nach sich selbst benannte. Ursprünglich lag Jarosław auf dem St.-Nikolaus-Hügel.
Im 16. und 17. Jahrhundert erlebte Jarosław seine Blütezeit, dank des Handels und vor allem der berühmten Jarosławer Messen, die zu den größten in Europa zählten.
Bis zu 30.000 Menschen besuchten die Messen. Die Bürger sorgten für Verpflegung, Unterkunft, Lagerräume und Ställe. Die Messen prägten die Stadtarchitektur.
Es entstand ein spezieller Haustyp, das „Jarosławer Bürgerhaus“, das für den Handel optimiert war und sich an orientalischen Karawansereien (Fondouks) orientierte. Charakteristisch waren ein Innenhof („wiatą“), belichtet durch Oberlichter, und mehrstöckige Keller, die in den Lössfelsen gehauen waren (bis zu 30 Meter tief unter dem Marktplatz). Diese dienten als Warenlager.
Ein weiteres Merkmal waren die „großen Säle“, in denen Kaufleute Verträge unterzeichneten. Die prunkvollen Räume waren mit Stuck, Malereien und Gewölben verziert.
Die bekanntesten historischen Häuser sind das Rathaus und das Orsetti-Haus—eines der schönsten Bürgerhäuser Polens, Symbol für Reichtum und Bedeutung der Stadt. Erbaut 1570–1585, beherbergt es seit 1945 das Jarosław-Museum mit historischen Ausstellungen.
Das Rathaus (erstmals im 15. Jh. erwähnt) brannte 1600 und 1625 nieder und wurde im Renaissance-Stil wiederaufgebaut. Die Österreicher nutzten es ab 1782 als Werkstatt, später erhielt es neugotische und neorenaissance Elemente. Der Turm beherbergt eine Uhr von 1896 (Wiener Werkstatt Richard Liebing), die alle 36 Stunden aufgezogen werden muss.

