Nationalpark Aggtelek Nationalpark Aggtelek
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Nationalpark Aggtelek

Nationalpark Aggtelek – Ein Schatz der Natur und Geschichte

Der Aggteleker Nationalpark (ANP) ist der vierte Nationalpark Ungarns, gegründet 1985 aus dem früheren Landschaftsschutzgebiet Aggtelek. Er war der erste Nationalpark des Landes, der ausdrücklich zum Schutz geologischer Werte – wie der oberirdischen Karsterscheinungen und der berühmten Tropfsteinhöhlen – gegründet wurde. Darüber hinaus beherbergt das Gebiet viele geschützte Pflanzen- und Tierarten.

Die Region ist nicht nur reich an Naturschätzen, sondern auch an kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten. Die Fundstelle von Hominiden in Rudabánya ist von weltweiter Bedeutung: Die hier gefundenen Urmenschen (Rudapithecus hungaricus) lebten vor 11,5–10 Millionen Jahren.

Vertreter des Homo sapiens bewohnten die Gegend seit der Urzeit. Im Neolithikum begann der Ackerbau. Zahlreiche Werkzeuge und verzierte Keramikstücke der Bükk-Kultur wurden entdeckt. Aus der Bronzezeit und der frühen Eisenzeit stammen viele Goldgegenstände, Armreifen, Ringe und schwarze Keramikscherben.

Die umliegenden Dörfer haben mittelalterlichen Ursprung. Nach dem Mongolensturm entstanden zahlreiche sehenswerte Wiederaufbauten. Im Wald bei Martonyi befindet sich das 1347 gegründete Paulinerkloster, das derzeit restauriert wird. In Szalonna steht eine Rundkirche aus dem 12. Jahrhundert mit später angebauter Apsis, deren Fresken 1426 vom Zips-Maler András geschaffen wurden. Einzigartig in der ungarischen Baugeschichte ist die Doppelapsidenkirche in Tornaszentandrás, vergleichbar nur mit Bauten in der Umgebung von Meran in Italien. Romanische Kirchen finden sich auch in Rakacaszend, Zubogy und Ragály.

Im Nationalpark befindet sich Szádvár, eine der größten Burgen Ungarns, erbaut in den 1250er Jahren von König Béla IV. zur Verteidigung des Tornai-Guts. Noch ältere Spuren finden sich in den Überresten von Erdburgen wie Mohosvár bei Kelemér. Jüngeren Datums ist das barocke Schloss in Tornanádaska, einst im Besitz der Familien Gyulay und Hadik. Ein Denkmal der jüngeren Geschichte ist das nahegelegene Dorf Derenk, das 1943 zugunsten eines Jagdgebiets aufgelöst wurde – Ruinen der Häuser, des Friedhofs und der Schule stehen noch heute.

Nicht zu vergessen ist die Volksarchitektur mit ihren verzierten Fassaden und Balkonen im typischen Palóc-Stil, die den Dörfern der Umgebung ihren besonderen Reiz verleihen.