Festung Boyen Festung Boyen Festung Boyen Festung Boyen
Adresse:

ul. Turystyczna 1
11-500 Giżycko
tel.: 87 428 83 93

twierdza.gizycko.pl

Festung Boyen

Medaillen im Museum sowie im Pulvermagazin und der Wagenhalle erhältlich!

Geschichte der Feste Boyen

Die Feste Boyen in Giżycko wurde zwischen 1843-1855 als Sperrfort an der strategischen Landenge zwischen den Seen Niegocin und Kisajno erbaut. Anfang April 1843 erließ König Friedrich Wilhelm IV. den Befehl zum Baubeginn. Entworfen wurde ein sechseckiges Erd- und Backsteinfort in unmittelbarer Nähe der Stadt auf der sogenannten Giżycko-Insel.

Der Zugang zur Festung erfolgte durch vier Tore: Giżycko-Tor, Kętrzyn-Tor, Pulver-Tor und Wasser-Tor, umgeben von einer 2303 Meter langen Carnot-Mauer. Die Grundsteinlegung am 4. September 1844 markierte den Beginn des eigentlichen Festungsbaus.

1846 beschloss man, einen der Befürworter und Initiatoren des Projekts, General von Boyen, zu ehren, indem man die Festung nach ihm benannte. Die Bastionen erhielten die Namen Hermann, Ludwig, Leopold (nach den Vornamen des Generals) sowie Schwert, Recht und Licht (nach Symbolen aus dem Wappen des Generals).

Die Festung war für eine Garnison von etwa 3000 Soldaten ausgelegt. Die Giżycko-Garnison wurde 1859 eingerichtet. Ab 1889 gab es in Giżycko ein Kommandanturbüro, während 1902 die Feste Boyen als Artilleriedepot genutzt wurde.

Aus strategischer Sicht spielte die Masurische Seenplatte eine entscheidende Rolle. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs sollten natürliche Geländemerkmale und Befestigungen um die Feste Boyen die vorrückende russische Armee in Ostpreußen aufhalten. Gleichzeitig war die Festung wichtig für die Mobilmachung in Masuren. Nach der Mobilmachung blieben etwa 4000 Soldaten unter Oberst Busses Kommando zurück. Diese Truppen führten zahlreiche Angriffe gegen russische Einheiten durch und verteidigten die Feste Boyen im August 1914 erfolgreich gegen russische Angriffe.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Festung umgenutzt, unter anderem als Krankenhaus. Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs war die Feste Boyen einer der Sammelpunkte der deutschen Armee in Ostpreußen für den Überfall auf Polen. Die Festungsbrigade „Lötzen“ gehörte zur Heeresgruppe „Nord“ und kämpfte unter anderem bei Wizna. Während des Krieges beherbergte die Festung ein Abwehr-Ausbildungszentrum für Soldaten der Wlassow-Armee. Bei der Eroberung der Stadt im Januar 1945 wurde die Festung kampflos aufgegeben.

Nach 1945 übernahm die polnische Armee die Feste Boyen und nutzte sie nur begrenzt. In den 1950er Jahren wurden mehrere Lebensmittelbetriebe dort angesiedelt, was zu erheblichen Veränderungen, Schäden und dem Bau unpassender Gebäude führte. Diese Situation bestand bis Anfang der 1990er Jahre, als die meisten Betriebe geschlossen wurden. Seither ist die Feste Boyen ein beliebtes Touristenziel.