Fernsehturm Tallinn Fernsehturm Tallinn
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Fernsehturm Tallinn

Der Fernsehturm Tallinn wurde im Zusammenhang mit den Olympischen Sommerspielen 1980 errichtet, bei denen Moskau als Gastgeberstadt ausgewählt wurde und Tallinn die Segelwettbewerbe ausrichtete. Der Fernsehturm wurde in die offizielle Liste der Olympiastandorte aufgenommen, was den Zugang zu Baumaterialien erleichterte. Ausrüstung, die ursprünglich für den Fernsehturm in Vilnius bestimmt war, wurde stattdessen nach Tallinn geliefert, sodass der Bau rechtzeitig fertiggestellt wurde – im Gegensatz zu Vilnius, wo es zu etwa einjähriger Verzögerung kam. Der Bau begann 1975 und wurde pünktlich vor den Spielen abgeschlossen – nach knapp fünf Jahren Bauzeit.

Mit 314 Metern ist der Fernsehturm das höchste Gebäude Estlands. Er wurde am 11. Juli 1980 eröffnet, im Beisein der damaligen sowjetischen Parteifunktionäre. Ein Mitarbeiter des Turms, Igor Lukas, kommentierte später: „Obwohl alles für die Olympiade fertig war, wurde am nächsten Tag das Wasser abgestellt und wir mussten bis zum Frühjahr eine Trockentoilette benutzen.“

Der Fernsehturm entwickelte sich rasch zu einem beliebten Ausflugsziel, wo sowohl offizielle als auch familiäre Anlässe gefeiert wurden.

Er wurde zudem zu einem wichtigen Symbol für die Unabhängigkeit Estlands. Während der Wiedererlangung der Unabhängigkeit 1991 spielte der Turm eine entscheidende Rolle. Nach dem Beschluss des Obersten Rats Estlands vom 20. August 1991, die Unabhängigkeit wiederherzustellen, verteidigten Bürger den Turm in kritischen Momenten. In einem Interview von Harri Tiido aus dem Jahr 1991 (auf Estnisch) kommen jene zu Wort, die den Turm damals verteidigten.

Die 170 Meter hohe Aussichtsplattform war bis zum 26. November 2007 für Besucher geöffnet, musste aber wegen Brandschutzauflagen geschlossen werden.

Nach einer vollständigen Renovierung wurde der Turm am 4. April 2012 wiedereröffnet.

Architekten: Andrus Kõresaar, Raivo Kotov, Margit Aule, Liis Lindvere u. a. (KOKO Arhitektid OÜ)

Die Vision der Architekten sah ein neues Eingangsgebäude vor, das dem Turm mehr Ausdruck verleiht und gleichzeitig einen freien Blick bewahrt. Die höchste Aussichtsplattform Nordeuropas (175 m) wurde im 22. Stockwerk eröffnet, zusammen mit einer modernen interaktiven Ausstellung und neu gestalteten öffentlichen Bereichen. Außerdem wurde das höchste Panoramarestaurant Nordeuropas eröffnet.