
Adresse:
Boldogkőváralja
Aranykőváralja
3885 Boldogkőváralja, Petőfi u. 28.
Tel.: +36 (46) 306 039
e-mail: bvpolg@gmail.com
Boldogkőváralja

Auf dem Gipfel eines ovalen Andesittuffhügels über dem Dorf Boldogkőváralja erhebt sich die Burg Boldogkő mit unregelmäßigem Grundriss und einem Innenturm, der sich in Nord-Süd-Richtung erstreckt. Die Geschichte der Burg Boldogkő ist äußerst komplex und selbst anhand erhaltener Urkunden schwer nachzuvollziehen. Der genaue Zeitpunkt ihrer Erbauung ist unbekannt, doch steht fest, dass sie nach dem Mongolensturm errichtet wurde. Als Festung diente sie zum Schutz der Straße nach Kaschau (Košice) und des Hernád-Tals.
Unsere Burg wird erstmals 1282 unter dem Namen Castrum Boldua in einer Urkunde von König Andreas III. erwähnt. Im Laufe der Zeit wurde sie als Bolduakev, Bodókheő, Bodókő und schließlich als Boldogkő bezeichnet. Der Volksmund führt den Namen auf einen Küfermeister namens Bodó zurück, der König Béla IV. vor verfolgenden Tataren gerettet haben soll.
Die Burg Boldogkő wurde mit Erlaubnis von König Béla IV. von Graf Tyba, dem Sohn des Jaak aus dem Geschlecht der Tomaj, oder einem seiner Familienmitglieder erbaut. König Ladislaus IV. erwarb sie 1282 durch Tausch. Ihr Burghauptmann im Jahr 1300 hieß János und regelte Angelegenheiten der Leibeigenen des Palatins Amadé. Nach dem Aussterben der Árpáden fiel sie an die Familie Amadé, die auf der Seite von Máté Csák stand. König Karl Robert besiegte sie jedoch 1312 in der Schlacht von Rozgony und enteignete ihre Güter, darunter die Burg Boldogkő, die er der pro-angevinischen Familie Drugeth schenkte, wobei ein königlicher Burghauptmann eingesetzt wurde. Vermutlich baute diese prunkliebende Familie Drugeth in dieser Zeit auch die restlichen Teile der Oberburg (den Palastflügel am alten Turm und den blockförmigen Wehrturm) fertig.
1388 verpfändete König Sigismund die Burg an Péter Czudar, 1396 an dessen Witwe und Sohn. Von 1427 bis 1453 gehörte Boldogkő mit seinem Gut dem serbischen Despoten Đurađ Branković, zusammen mit den Ortschaften Tállya und Tokaj sowie den Burgen Regéc und Munkács. 1456 wurde sie von König Matthias wieder als Königsgut eingezogen und 1461 an die Brüder Pál und László Parlagi vergeben. 1476 verpfändete er sie für 3.000 und später weitere 1.500 Gulden an die Stadt Kaschau. Auf Matthias’ Bitte hin übergab Kaschau die Burg und ihr Gut an Imre Szapolyai, doch 1471 fiel sie wieder an die Krone. Später wurde sie Eigentum der Familie Szapolyai. Vor der Schlacht bei Mohács schenkte János Szapolyai die Burg György, dem Sohn von István Tomori, als Taufgeschenk.
Im 15. Jahrhundert wurde die Burg in zwei Phasen erweitert. An der Südseite entstand ein unregelmäßiger viereckiger Turm mit Palisaden. Später folgte ein hufeisenförmiger Torturm mit Wehrmauer und an der Ostseite eine äußere Mauer um den Palast. Nach Mohács wechselte die Burg während der Doppelmonarchie häufig den Besitzer, mal gehörte sie Ferdinand, mal König Johann. 1527 eroberte der pro-Ferdinandische István Báthori die Burg, doch bald darauf belagerte sie János Szapolyai und nahm sie 1528 zusammen mit der Burg Regéc ein. Ferdinand gewann sie noch im selben Jahr zurück, doch 1530 fiel sie erneut an König Johann. Im August desselben Jahres belagerten die Truppen von Gáspár Serédi und Ferenc Bebek die Burg, zogen aber nach sechs Wochen erfolglos ab.
Laut Urkunden gehörte die Burg 1530 Egyed Tomori, von dem sie Kardinal György Martinuzzi noch im selben Jahr kaufte. Doch schon 1537 wurde sie wieder von kaiserlichen Truppen besetzt. 1542 schenkte oder tauschte Ferdinand sie gegen die Burg Gyula mit Ferenc Patóchy. Patóchys Tochter Zsófia heiratete den berüchtigten György Bebek, wodurch die Burg an die Familie Bebek fiel. Die Bebeks gehörten zu den berühmtesten—oder eher berüchtigtsten—Familien der Zeit, deren Reichtum ursprünglich aus dem Bergbau stammte. Obwohl tapfere Krieger, schreckten sie vor keiner List oder Untat zurück. Man vermutet, dass sie auf Boldogkő sogar Geld fälschten.
1560 tauschte György Bebek die Burg mit Mihály Sárközy gegen den gefangenen osmanischen Befehlshaber Ahmed Pascha. Vor 1578 verkauften die Sárközys Boldogkő an die Serényis, was Kaiser Rudolf II. 1578 urkundlich bestätigte.
In dieser Zeit wirkte der Reformator Mátyás Dévai Bíró, der „ungarische Luther“, als Kaplan auf Boldogkő. Der Dichter Bálint Balassi hatte ebenfalls Bezug zur Gegend, da er Weinberge in Mezőzombor besaß. Erhalten sind Briefe von ihm aus den Jahren 1584 (aus Szikszó) und 1585 (aus Abaújszántó). Sicher ist, dass er mehrmals auf der Burg weilte, darunter als er sein Gedicht Borivóknak való („An die Weintrinker“) schrieb.
Nach einigen ruhigen Jahrzehnten kaufte 1612 György Horváth Palochay, Herr der Burg Nedec (im heutigen Polen), die Burg von Ferenc Serényi. Kurzzeitig gehörte sie 1627 Mátyás Szikszay und 1630 János Várkonyi, doch bald darauf wieder den Palochays.
1644 wurde sie Eigentum von György Rákóczi I., 1671 fiel sie zurück an die Palochays, die sie dem berühmten Gelehrten und Erzbischof von Esztergom, György Szelepcsényi, übergaben. Damals entstand das erste detaillierte Inventar der Burg, dessen Original noch heute im römisch-katholischen Pfarrhaus von Boldogkőváralja aufbewahrt wird. Szelepcsényi besaß die Burg bis zu seinem Tod 1685, währenddessen sie mehrfach erfolglos belagert wurde, etwa 1674 von aufständischen Kuruzzen. Der Burghauptmann war damals Péter Vatay mit zwölf Mann und neun Hajduken. Trotz der Verteidigung hatte die Burg kaum noch militärische Bedeutung, wie die kleine Besatzung zeigt. 1676 begannen kaiserliche Truppen mit der Sprengung von Boldogkő, Füzér, Szerencs und Kisvárda, doch glücklicherweise entstand kein größerer Schaden. Imre Thököly, der 1678 Anführer der Aufständischen wurde, eroberte Szikszó, Putnok, Szádvár und Boldogkő, zog triumphierend in Szerencs ein und gewann Tállya und Tarcal—doch der Aufstand brach um 1683 zusammen. Für die Burggeschichte ist wichtig, dass am 18. August 1682 auf Thökölys Befehl ein noch detaillierteres Inventar (Inventarium Arcis Donor Boldogh Keö) erstellt wurde.
Nach Szelepcsényis Tod erwarb das Domkapitel von Esztergom 1685 die Burg, doch 1697 hielten sie kaiserliche Truppen. Auf Befehl von König Leopold I. wurde die Burg 1701–1702 gesprengt und unbewohnbar gemacht. 1715 erhielten die Jesuiten von Leutschau (Levoča) die Burg vom Domkapitel und nutzten die erhaltenen Räume als Getreidespeicher. 1753 kaufte sie der königliche Rat Gábor Péchy von Péchújfalu. Die Familie lebte nicht in der Burg, sondern in einem Landhaus im Dorf.
Am beschädigten Bau wurden Restaurierungsarbeiten durchgeführt: Mauern wurden ausgebessert, eingestürzte Teile erhöht und Eingänge sowie Fenster mit Spitzbögen aus Ziegeln neu gestaltet. Leider sind dadurch viele originale mittelalterliche Öffnungen nicht mehr erkennbar.
Durch Heirat gelangte die Burg 1890 an die Familie Zichy und blieb bis 1945 in ihrem Besitz, dann wurde sie verstaatlicht. Archäologische Ausgrabungen begannen 1963 unter Katalin K. Végh nach Plänen von Tibor Koppány. Nach der Restaurierung wurde im ehemaligen Palast eine Touristenherberge eingerichtet, und die malerische Burg wurde ein beliebtes Ausflugsziel.
Anfang der 1990er Jahre schloss die Herberge, und es entstanden eine Militärgeschichtsausstellung sowie eine Zinnfigurenschau (ein acht Quadratmeter großes Diorama der Schlacht bei Muhi mit über tausend Figuren).
Die Burg wird heute von der Gemeinde verwaltet. 2002 begannen umfangreiche Sanierungs- und Grabungsarbeiten, die ihr Aussehen veränderten: Zwei Türme (der Torturm und der Südturm) erhielten Schutzdächer, und entlang der unteren Hofmauer wurde ein 100 Meter langer Wehrgang gebaut, der durch Schießscharten herrliche Blicke nach Westen und Norden bietet. Am „Löwenfelsen“ entstand ein Kletterpfad. Eine weniger sichtbare, aber wichtige Änderung war der unterirdische Verbindungsgang (mit 20 Meter Höhenunterschied) zwischen Burgkeller und Weinstube, sodass Besucher nach der Besichtigung direkt in die kühle Taverne gelangen. So präsentiert sich die Burg Boldogkő heute in völlig erneuerter Form ihren Gästen.
